Von 11. – 14. Juli 2019 fand am Hochkar / NÖ das ACWDA Dance Camp 2019 statt. Die Instruktoren waren diesmal das Dream Team  Jenny Stephenson und Jonas Dahlgren.

Das Dance Camp ist auch immer ein idealer Ort zum freudigen Wiedersehen und Interessensaustausch –  treffen sich doch technikinteressierte TänzerInnen, ÜbungsleiterInnen und Competitors aus ganz Österreich.

Hier gehts zur Nachlese einer Teilnehmerin. Viel Spass beim Lesen!

Lass dein Herz tanzen

Das Dance Camp der ACWDA mit Jenny Stephenson und Jonas Dahlgren stand dieses Jahr für mich unter dem Motto „Lass dein Herz tanzen“.

Dieses Motto hatte an diesem Wochenende mehrere Ausprägungen. Einerseits war der Fokus auf – weg vom „Abgehen des Stepsheets“, hin – zum Fühlen was man tanzt und dies auch im Rahmen des Tanzes zeigen und interpretieren. Andererseits gab es sooo viiiele Möglichkeiten um gemeinsam zu lachen, Spass zu haben, neue Bekannte zu finden und Freundschaften zu vertiefen – einfach das Herz tanzen zu lassen.

Was konnten wir erleben?
Tänzerisch wurde sowohl für Competition-TänzerInnen, ÜbungsleiterInnen als auch für Technikinteressierte sehr viel geboten.
Die Workshops zu den verschiedenen Motions wechselten sich mit Something Different angenehm ab und waren über die zweieinhalb Tage gut verteilt. Die Motions wurden auf zwei Level angeboten, somit konnten alle tänzerisch dort abgeholt werden wo sie sich gerade befanden und es konnte individueller auf unsere Bedürfnisse eingegangen werden. Zumeist wurde die Motion gleich auch anhand eines Tanzes geübt und veranschaulicht, somit konnte das Tanzrepertoire gleich um einige wunderschöne Tänze erweitert werden:

– Walzer
Vom hinteren Bein wegpushen; unsere Beine küssen sich, danach sind sie keine Freunde mehr; die Schultern zeigen zur aktuellen Wand; ist es jetzt Rise and Fall oder Fall and Rise?

„Immer ein Witzchen zwischendurch“

— ECS
Die Wichtigkeit von Fußpositionen, da sie einen Einfluss auf den Körper und die Drehung haben; action / reaction – will ich in eine Richtung Dynamik entwickeln, brauche ich dazu einen Auslöser oder eine Vorbereitung in die andere Richtung; bouncen im Körper

„Wo ist mein Swing geblieben“

– Polka
Auch hier action / reaction – will ich hinunter, muss ich vorher bei „and“ hinauf; 3. Fußposition; die Ferse küsst den Boden – anscheinend ist das Küssen eine gute Möglichkeit etwas plakativ im Tanzbereich darzustellen :-); contra connection; bewusstes Atmen macht das Tanzleben leichter; hakuna matata; anhand eines lustigen Flaschentests wurde die Verbindungen im Körper geübt

„.. Action ohne aus der Puste zu kommen ..“

– Nightclub
Compress / collect / movement – in Kombination mit action und reaction; spotting – ich konzentriere mich auf einzelne Punkte, dadurch kann ich mich besser präsentieren und kann mich auch leichter orientieren, ich fokussiere mich auf die Richtung wo ich hin möchte;

„.. sich der Musik hingeben .. echt schön..“

— Funky
Beinhaltet sehr viele Stile; Bewegungen im Körper sind wichtig; die gleiche Choreo sollte im einen Stil anders ausgeführt sein als im nächsten;

„Aha, diese Bewegung gibt es also auch“

— Show
Die Musik gestaltet den Tanz; unterschiedliche Musikrichtungen erzeigen verschiedene Gefühle und auch eine andere Interpretation; auch mal anders aufstellen bringt Impulse; das haben wir auch gleich ausprobiert und sehr viel Spass gehabt.

Vermeintliches, störendes Handyläuten –
„Kann bitte wer ans Handy gehen“ .. „das ist die Kuh draussen“ „schau da kommt das Handy den Berg herunter“

— Cha Cha
Wann gestreckte, wann gebeugte Beine; zu welchem Zeitpunkt kann ich ein gebeugtes Knie zur Pointierung verwenden; Hüftachter – wie nicht, wie schon; kein Kniedreieck – was könnte das sein? :-)

„Something Different“ bot uns die Möglichkeit einmal über den Linedanceteller hinaus zu sehen und ganz neue Sichtweisen und Themen im Kontext des Tanzes kennen zu lernen.

Swedish bugg – da lernten wir den süßen schwedische Akzent kennen, „siehen – drucken“ (= pull – push). Swedish bugg ist ein bisschen eine gemütliche Abwandlung des Boogies, sehr lustig und nett zu tanzen.

Lyrical Dance – wie kann ich den Text in meine tänzerische Interpretation einfließen lassen; das Gefühl trägt den Tanz; das Spiel mit schnellen und langsamen, isolierten Bewegungen

Intelligent Dancing – gelenkschonendes Tanzen; Vorbereitung von Bewegungen; welche Fußposition ist besser im Social Dance

Theorie der Musik – welcher Tanz zu welcher Musik; Einteilungen der Tänze generell in Smooth und Rythm; wie zählt man sie

West Coast – die schwierigste Frage die zu klären war, wer möchte Leader, wer Follower sein – dann lernten wir die Couple Version ein wenig kennen. Ok, ich muss also jetzt nicht nur mich führen, sondern auch wen anderen ..

Das Wetter war zum Großteil nebelig mit zeitweise Nebel, abgerundet von .. Nebel. Aber das hatte auf unsere gute Laune keinen Einfluß.
Das JUFA Hochkar selbst bot ebenfalls einige Möglichkeiten: Tischtennis, Klettern, sich massieren lassen, Kegeln .. dadurch kamen auch begleitende NichttänzerInnen auf ihren Geschmack.

Auch die PartytänzerInnen kamen nicht zu kurz, an zwei Tagen gab es eine laaange und abwechslungsreiche Linedanceparty mit bunt gemischten Tänzen wo auf die Tanzwünsche eingegangen wurde und daher alle auf ihre Kosten kamen. Jenny und Jonas waren die ganze Zeit dabei. Auch abends beim gemütlichen Zusammensitzen gesellten sie sich immer dazu ..

Tanzen ist visualisieren von Gefühlen, man kann alle Emotionen hinein packen, die man gerade hat. Dies gestaltet einen Tanz lebendig. Dies konnte ich an diesem Wochende gemeinsam mit anderen 60 TeilnehmerInnen in familiärer Atmosphäre erleben.

Danke an die ACWDA – für die Organisation dieser tollen Mischung an Tanz und Spaß, danke an Jenny und Jonas – für den herzlichen natürlichen Umgang, danke an meine Tanzfamilie – soviel gelacht hab ich schon lang nicht mehr, es war mir eine Freude!

Silvia Flaismann